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von Veronika Raithel

Februar 2016 - „Reitstunde mit Reitbommeln“



Heute ist mal wieder „Übungsstunde“ auf dem Reitplatz angesagt. Der ist nach dem vielen Schnee inzwischen wieder aufgetaut und ich befürchte, dass wir nun wieder mehr Zirkel drehen werden, seitwärts, rückwärts und sonst wie kreuz und quer über den Platz laufen…
Naja, das gehört halt auch zum Pony-Dasein dazu.
Aber warum braucht denn Frauchen heute so lange?
Was macht die denn da am Sattel?
Sie unterhält sich gerade mit einem anderen Frauchen und ich höre was von „Reitbommeln“. Noch nie gehört…
Was soll denn das bitte sein?
Was zum fressen vielleicht?
Das wäre mir natürlich das Liebste.

Ich habe mir das dann mal angesehen und die Erfinderin gefragt.

Hallo Frau Flower! Was sind denn nun diese „Reitbommel“? Wohl leider nichts zum fressen, oder?

Nein Tony, es ist etwas, um Dir das Leben angenehmer zu gestalten. Die Reitbommel sind kleine Schnüre, die man am Sattel befestigt, dann beim Reiten in die Hand nimmt, um zu spüren, was die Hände tun. Für den Anfänger ist es gleichzeitig eine Stabilisierung und dem einen oder anderen gibt es auch ein sicheres Gefühl, etwas in der Hand zu halten, an dem man sich auch mal festhalten darf. Am oberen Ende der Schnur ist eine Holzscheibe, damit die Schnur einfach nur in der Hand liegt, ohne dass man sie aktiv festhalten muss. Dadurch stören sie nicht beim korrekten Halten der Zügel. Die Hände können sich nur in einem gewissen Radius bewegen. Gerade genug, um die Nickbewegung rauszulassen und korrekte Zügelhilfen geben zu können. Hierdurch wird gerade bei der Nutzung für Anfänger das Pferdemaul geschont, da die Hand gestoppt wird, wenn sie zum Beispiel beim Leichttraben mit rauf und runter geht oder wenn beim Abwenden zu sehr am Zügel gezogen wird. Beim Zirkelreiten und Angaloppieren hilft der Reitbommel, zu fühlen, was eine verwahrende Zügelhilfe ist und verhindert ein ungewolltes nach vorne kommen des Oberkörpers beim Angaloppieren. Weiterhin schult der Reitbommel auch den fortgeschrittenen Reiter mit einer korrekten Zügellänge zu reiten.



Also was zum Üben für den Reiter. Das kommt dann natürlich auch uns zu gute. Wie sind Sie denn auf diese Erfindung gekommen?

Eine Zeit lang habe ich mich viel beim Reiten gefilmt, um mein Gefühl zu schulen und zu sehen, ob das Gefühlte mit der Realität übereinstimmt. Da meine Hand - auch wenn ich dachte sie wäre ruhig - noch zu aktiv war, ohne dass ich es selber beim Reiten registriert habe, habe ich überlegt, wie ich mich selber korrigieren kann.
So ist die Idee des Reitbommels entstanden.

Kann man die nur für eine bestimmte Reitweise verwenden oder geht das unabhängig davon? Bei uns hat es nach einigen Irritationen am Anfang ganz gut geklappt, auch im Tölt. Aber ich denke da an die Western-Kollegen, dort führt der Reiter die Zügel ja nur in einer Hand.

Der Reitbommel kann für jede Reitweise verwendet werden. Voraussetzung ist aber, dass es eine Möglichkeit gibt, ihn am Sattel zu befestigen. Dies ist bei Westernsätteln mit der normalen Reitbommel-Länge, die über den Shop verkauft wird, nicht möglich. Ich habe aber auch schon auf Anfrage andere Längen produziert. Die Hände sollen ja nicht fixiert (das wäre unangenehm für das Pferd), sondern nur begrenzt werden. Auch die Westernreiter, zumindest die, die mir bekannt sind, reiten nicht immer einhändig. Es hängt ja sehr davon ab, auf welcher Zäumung sie reiten und wie weit das Pferd ausgebildet ist. Aber auch beim Einhändig- Reiten ist es wichtig, das die Hand ruhig gehalten wird und nur kleine feine Bewegungen vollführt. Somit ist der Reitbommel auch hierfür in der richtigen Länge eine gute Selbstkorrektur.

Hatten Sie am Anfang mehr an Reitanfänger oder auch an erfahrene Reiter gedacht?

Wie schon oben erwähnt, habe ich eigentlich nur an mich gedacht und hatte überhaupt nicht vor meinen Reitbommel zu verkaufen. Wenn man aber an sich feststellt, wie gut es funktioniert, fängt man natürlich an, seinen Reitschülern und Stallkollegen auch die Reitbommel in die Hand zu drücken. Da nun alle der Meinung waren, die müssen unbedingt auf den Markt, haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen. Profitieren kann jeder von dem Reitbommel, Anfänger und fortgeschrittene Reiter, wie auch Reitlehrer und vor allen Dingen das Pferd. Voraussetzung beim fortgeschrittenen Reiter ist allerdings, dass er sich auch selber korrigieren will. Es ist durchaus anstrengend, wenn der Reitbommel einen immer wieder begrenzt.

Frauchen war nach einem ersten Zögern ja auch schnell überzeugt und ich auch. Wir haben die Reitbommel jetzt im Sattelschrank deponiert, in der Nähe der Trense, damit Frauchen auch immer wieder daran erinnert wird, dass hin und wieder eine kleine Korrektur nicht schadet. Vielen Dank und wenn Sie wieder so eine gute Idee haben, dann probieren wir die natürlich auch gerne aus!

Ich selber habe bei allen Schulpferden sowie bei meinem Privatpferd die Reitbommel immer am Sattel. So kann man je nach Bedarf immer mal einen oder beide zur Hand nehmen, je nach dem, woran man gerade arbeitet.



Für weitere Informationen:

Miriam Flower
Grapenhof 1

56154 Boppard

Tel. 06742 897 800
E-Mail info@reitbommel.de
Web: www.reitbommel.de





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