Sie sind hier: Tonys Tagebuch: Hinweis: Berichte enthalten Produkt- oder Anbieterwerbung

von Veronika Raithel

April 2016 - „Sir Wilson oder das Pferd mit dem Zündschlüssel“


Anfang April haben mein Frauchen "Vroni" und unsere Reitlehrerin auf Einladung von Sheron Adam den interaktiven Reitsimulator "Sir Willson" in München besucht und dort ein Training absolviert. Der Reitsimulator ermöglicht das Training der Grundgangarten mit je zwei Tempi, Rückwärtsrichten, Schenkelweichen, Schulterherein, Traversalen, fliegende Wechsel u.m. Ein echter Vollprofi also!
Ich war ganz schön beeindruckt, als Vroni mir von ihrem Vorhaben erzählt hat und wollte natürlich auch mehr über diesen talentierten "Sir Willson" erfahren. Vroni hat Sheron deshalb für mich im Anschluss an den Besuch noch interviewt.


Samstagvormittag, ein Gewerbegebiet in einem Vorort von München. Alles ist still, kein Mensch zu sehen. Mein Aufzug in Reitklamotten wirkt fehl am Platz, hier erwartet man eher ein „business-outfit“. Pünktlich um 10 Uhr öffnet sich die Eingangstür und ein sehr netter zwei- und vierbeiniger Empfang begleitet uns ( Tonys Frauchen und deren Reitlehrerin, Annett von Selzam), zum Reitsimulator München.
„Sir Wilson“, der Reitsimulator München, ist ein high-tech Gerät im Wert eines Luxusklasse Autos. Schwarz glänzend und mit einem noblem Dressursattel ausgestattet steht oder besser drohnt er vor uns auf einem großen Podest. Vor ihm ist ein großer Bildschirm installiert, der dem Reiter ein gnadenloses feedback über seinen Sitz, seine Zügelhilfen etc. gibt. Er ermöglicht aber auch einen Ritt ins Gelände oder im Dressurviereck. Je nach Können des Reiters absolviert er brav seine Galoppwechsel, Piaffen und Passagen. Auch ein netter flotter Galopp über die grüne Wiese ist möglich. Außerdem gibt es auch verschiedene Programme, bei denen Sir Wilson selbstständig verschiedene Gangarten, Übergänge und Lektionen „abarbeitet“, wobei der Reiter sich einfach mal nur auf das Fühlen konzentrieren kann und keine einzige Hilfe geben muss. Sensoren übertragen auf den Bildschirm, wo und wie stark der Schenkel, die Gewichts- und Zügelhilfen eingesetzt werden und ob der Reiter in allen Gangarten und Übergängen auch zentriert im Sattel sitzt.
Meine anfängliche Skepsis ist sehr schnell einer großen Begeisterung gewichen. Auch wenn der Simulator kein echtes Pferd ersetzen kann oder will, ist er doch eine ganz tolle Alternative bzw. Ergänzung für die reiterliche Aus- und Weiterbildung. Hier kann man ganz gezielt auf seine eigenen Schwächen eingehen, ohne Rücksicht auf das Pferd nehmen zu müssen, denn „Sir Wilson“ verzeiht anstandslos jeden Fehler (auch ohne drunter zu leiden!).
Auch Reitanfänger oder Späteinsteiger, ängstliche Reiter (z.B. nach Stürzen) oder Reiter, die nach einem Unfall erst einmal wieder langsam beginnen wollen/müssen, profitieren von dem Simulator. Da hier neben der Schulung als Reiter auch gezielt verschiedene Muskelgruppen, die Koordinationsfähigkeit und die Balance geschult werden, kommen hin und wieder sogar Kunden, die eigentlich mit dem Thema Pferd an sich gar nichts zu tun haben.
Natürlich stößt auch die beste Technik an ihre Grenzen. Zum Beispiel könnte (laut meiner Reitlehrerin) das Zusammenwirken der Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen feiner auf einander abgestimmt sein. Vor allem bei den Zügelhilfen erwartet Sir Wilson eine Deutlichkeit, die nicht für jedes reale Pferd angemessen wäre. Aber für das echte „Pferdefeeling“ ist ja auch der vierbeinige Liebling bzw. Sportkamerad im heimatlichen Stall zuständig. Selbstverständlich gilt das auch für den Ponyreporter, der bei aller Begeisterung immer an erster Stelle steht. Aber er profitiert sicher, wenn Frauchen sich hin und wieder von „Sir Wilson“ zeigen lässt, wo es hakt und wie was besser läuft.

Liebe Sheron, erst einmal herzlichen Dank, dass Du uns so viel Zeit für unseren Test geschenkt hast. Wie bist Du denn überhaupt zu „Sir Wilson“ gekommen?

Sheron Adam: Nach meinem Reitunfall im August 2012 war es erst einmal wichtig, dass ich wieder laufen lerne. Natürlich war es mein Wunsch wieder im Sattel zu sitzen, was von allen Ärzten/Therapeuten als ‘Dummsinn’ und "zu gefährlich" abgetan wurde. Da es nicht in meiner Natur liegt, mich entmutigen oder ausbremsen zu lassen, habe ich nach Möglichkeiten und Wegen gesucht, mein Ziel, wieder im Sattel zu sitzen, zu erreichen. Im Laufe dieser Recherche bin ich dann auf den interaktiven Reitsimulator gestossen, denn in der Auto- und Flugzeugindustrie lernt und trainiert man erst einmal mit einem Simulator, warum beim Reiten nicht auch!

Welche Erfahrung hast Du selbst im Umgang mit den (echten) Pferden? Reitest Du auch noch? Wie hilft Dir Deine Erfahrung im Umgang mit den Kunden?

Sheron Adam: Ich habe seit den 80er Jahren mit Pferden zu tun, habe selber junge Pferde ausgebildet und diese auf verschiedenen Turnieren vorgestellt. Ich würde sehr gern wieder reiten, muss aber noch die letzte Hürde “die Ängste meines Mannes” aus dem weg räumen. Da mein Mann und ich ein sehr gutes Team bilden, geht das nur, wenn auch er davon überzeugt ist. Da ich ihn kürzlich davon
überzeugen konnte, dass wir unbedingt einen Hund brauchen, bin ich da sehr zuversichtlich. Wir haben jetzt zwei!! Meine langjährige Erfahrung ist natürlich ein Plus, wobei ich immer sage, Vermitteln und Erklären muss man im Blut haben. Das spiegelt sich zu meiner Freude in den vielen positiven Feedbacks.

Welche Kunden kommen denn so zum Simulator?

Sheron Adam: Es kommen Kunden mit den unterschiedlichsten Reitniveaus: Sehr erfahrene Reiter, Umsteiger, Wiedereinsteiger, Reiter die verschieden Aufgaben üben möchten, für reine Sitzkorrekturen oder Reiter, die den ausbalancierten Sitz wiedererlangen wollen. Natürlich kommen auch die Reiter, die eine feine Hilfegebung erarbeiten möchten. Es gibt auch Reiter, die einfach die Erfahrung machen wollen, wie sich eine perfekt gerittene Lektion anfühlt, eine“Piaffe” z.B.. Hier kann so lange geübt werden, bis die einzelnen Aufgaben verinnerlicht sind. Die Reiter kommen teilweise nicht nur aus dem süddeutschen Raum. Da ich die Trainingseinheiten auch in Englisch gebe, kommen meine Gäste sogar aus Dänemark und Kanada.

Welche Angebote gibt es, um den Simulator auszuprobieren oder sogar regelmäßig zu kommen?

Sheron Adam: Die Einführung in den Simulator ist ein wichtiger Grundstein, in 75 min. werden je nach Niveau des Reiters verschiedene Übungen, Sitzanalyse, Lektionen und Hilfen geübt. Fehler können hier sofort analysiert und behoben werden. Danach ist freies Training entweder im Gelände oder einem der
verschiedenen Vierecken möglich. Gebucht werden können dann individuelle Termine von 30, 45 und 60 Minuten. 5er und 10 Abos werden mit 5 und 10% belohnt, zudem gibt es ein Bonusprogramm. Gruppen Seminare, Sitzschulungen auch für Nichtreiter, für die, die einen Bürojob haben und einfach mal gefahrenfrei auf einem Pferd sitzen wollen, um den Rücken zu entlasten.


Leider können nicht alle unsere Leser nach München kommen. Weißt Du, ob es in Deutschland ähnliche Angebote gibt?

Sheron Adams: Sir Wilson ist der erste interaktive Reitsimulator in Deutschland.

Herzlichen Dank! Unser Ponyreporter freut sich jederzeit über einen Gegenbesuch von Dir und zeigt Dir gerne mal, was so ein richtiger und echter Isländer so drauf hat.

Sheron Adams: Vielen Dank für das Angebot, welches ich sehr gerne annehme!!

Info:
Reitsimulator München

http://www.reitsimulator-muenchen.de/

Sheron Adam

Telefon:+49 176 80 55 33 44
Neue E-Mail: info@reitsimulator-muenchen.de

 


zurück zum Anfang