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Reitlehrer der neuen Generation

von Dr. Barbara Rauch, www.koelnerpferdeakademie.de

Alte Zöpfe abschneiden

Vorbei sind die Zeiten, als Abteilungsreiten‚ Anweisungen wie „Anfang rrrrechts dreht, links marrrschiert auf!“ und Feedback wie „Du sitzt drauf, wie die Butter auf der heißen Bratkartoffel!“ zum Alltag einer Reitschule gehörten. Die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt, die Reitschüler haben sich weiterentwickelt.
Trotz ‚Wohlstand‘ nicht unbedingt zu ihrem Besten. Als Folge der überall vorhandenen Technologie in Beruf und Freizeit  im 3. Jahrtausend brauchen Menschen heute eine Anleitung, sich selbst zu finden, eine Wohlfühloase, Wahrnehmung und Akzeptanz ihrer Person. Wie schön, dass es Pferden genauso geht, denn es lässt sich im modernen Reitunterricht ideal verbinden. Alles beruht auf Gegenseitigkeit.

 

Organisation

Unterricht muss  geplant und vorbereitet werden im Hinblick auf Unfallverhütung, verschiedene Kunden und Zielsetzungen. Handelt es sich um therapeutisches Reiten, Kinderunterricht, Anleitung von Späteinsteigern oder Turnierreitern?  Verschiedene Pferderassen, Ausbildungsstände und Ausrüstungsarten sind mittlerweile Standard in fast allen Reitbetrieben. Alle Kunden in geeigneter Form weiterzubringen: das ist die Herausforderung. Von Einzelunterricht, über individuellen Anleitung in der Kleingruppe bis hin zu Abteilungsreiten -als Prüfstein für gelungene individuelle Ausbildung-  ist alles denkbar.

 

Kontaktaufnahme

Der Trainer gibt dem Schüler im ersten Wortwechsel das Gefühl: hier werde ich verstanden, auf keinen Fall lächerlich gemacht, nicht überfordert, hier soll ich Spaß haben und mich körperlich gut fühlen.

Problem erkennen

Durch das Zuhören und durch seine Beobachtung von Reiter und Pferd erkennt der Ausbilder minutenschnell die grundlegendsten Probleme des jeweiligen Reitschülers. Diese können auch psychischer Art sein (Ängste). Er überlegt sich individuelle geeignete Übungen und verständliche Anleitungen.

Wahrnehmung schulen

Dafür erklärt er kurz die Zusammenhänge: das Pferd spiegelt den Reitschüler. Der Trainer schärft das Feingefühl des Reiters für Reaktionen und Bewegungen des Pferdes und das Zusammenspiel  bei Gewichtsverlagerung, Schenkeldruck oder Zügelhilfen.

Ins Gleichgewicht kommen

Körperliches Ziel ist es, dass Pferd und Reiter eine gemeinsame Balance finden, dann ohne Kraft und ohne Verspannung quasi eine gemeinsame Muskelkette bilden – in den Richtlinien wird dies ‚Durchlässigkeit‘ genannt. Gesamtziel der Reitstunde ist, dass der Reitschüler gut gelaunt nach Hause geht, die Pferde gern mitarbeiten und gesund bleiben und der Betrieb nachhaltig wirtschaftet.

Eierlegende Wollmilchsau

Das erfordert vom Trainer Struktur, Einfühlungsvermögen und fachliche Kompetenz auf neuem Erkenntnisstand. Eine Qualifizierung zum Reitlehrer (KPA) bietet die Kölner Pferde-Akademie an.