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Neues aus den Oliveira Stables

von Veronika Raithel

Auch in diesem Jahr zieht es wieder viele Besucher in die deutsche „Niederlassung“ des bekannten portugiesischen Züchters und Ausbilders Manuel J. de Oliveira.

Bereits Mitte Mai waren wieder zwei Schweizer Experten, Ruth Herrmann und Franco Gorgi zum Thema Freiheitsdressur für ein Wochenende zu Gast. Das Seminar ist auch beim zweiten Mal und auch als Zuschauer sehr interessant. Die aktive Teilnehmerzahl war etwas niedriger als im Vorjahr, aber wieder bunt gemischt: vom Shetty über Haflinger bis hin zu den iberischen Rassen war vieles vertreten.

Die Beziehung Mensch-Pferd, die beiden am Herzen liegt, wurde für aktive und passive Teilnehmer sehr schön erläutert. Eine klare, eindeutige und verständliche Kommunikation zwischen Pferd und Mensch und Zeit, als wichtigstem Faktor im Umgang und der Ausbildung von Pferden, wurden deutlich hervorgehoben. Jede Pferd- Mensch Beziehung ist komplett anders, aber klare und gute Signale für das Pferd und ein konsequentes Handeln sind die beste Grundlage für ein wirkliches Miteinander. Dabei haben auch die Experten klargemacht, dass selbst erfahrene Pferdeleute für jedes Pferd unterschiedlich lange Zeit benötigen, um ihnen Übungen wie das Kompliment, die Bergziege oder Ähnliches beizubringen. Ganz entscheidend ist aber, dass die Zeit mit dem Pferd Spaß macht und als wertvoll geschätzt wird. Da ist manchmal weniger auch mehr.

Ein weiterer wichtiger Punkt der allen Teilnehmern an die Hand gegeben wurde war, dass stets der Mensch bestimmt, wo das Pferd geht und dessen volle Aufmerksamkeit fordert. Hierzu braucht es ein konsequentes Handeln, das aber niemals grob oder mit Zwang geschehen sollte. Pferde achten zuerst und am meisten auf Körpersignale, da sie auch untereinander so kommunizieren.

Jeder, der oft Umgang mit Pferden hat, gleich ob als Reiter, Besitzer, Sportler usw., sollte unbedingt auch an diesen Basics als Grundlage für ein harmonisches Miteinander arbeiten. Es ist zu hoffen, dass dieses Seminar auch in den weiteren Jahren angeboten wird und sich weiter so großen Interesses erfreut.

Ende Mai wurde dann zur ersten öffentlichen Morgenarbeit, bei der auch Herr Oliveira selbst mitgemacht hat, eingeladen. Ziel war es, die Arbeit der Oliveira Stables und das Ausbildungskonzept darzustellen. Dies wurde gleich zu Beginn mit einem kollektiven Aufwärmen aller Teilnehmenden eingeleitet. Nach einer Vorstellung aller Reiter und Pferde, deren Lebenslauf zur Verdeutlichung des Ziels der Ausbildung ebenfalls kurz erwähnt wurde, wurden die Zuschauer in der gefüllten Reithalle über die verschiedenen Stationen der Pferdeausbildung informiert. Angefangen von den jungen Pferden, wurden die verschiedenen Ausbildungsstadien von Herrn Oliveira (übersetzt von Frau Sonntag) erläutert. Auch hier konnten die Zuschauer sicherlich viele Anreize für die persönliche Arbeit zuhause mitnehmen.

Die Morgenarbeit, die in diesem Jahr im Herbst nochmals durchgeführt wird, gab einen schönen Ausschnitt aus der Arbeit eines Pferdemannes mit sehr viel Erfahrung, bei dem auch deutlich wurde, wie viel Herzblut ihm an seiner Arbeit liegt. Einzig die Tatsache, dass es gerade aufgrund der Vorbildfunktion sicher angemessen gewesen wäre, wenn alle Reiter einen Reithelm getragen hätten, hat das schöne Bild der Veranstaltung ein klein wenig getrübt. Gerade Profis sollten auch zeigen, dass die Sicherheit im Umgang mit Pferden stets an erster Stelle stehen sollte.