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Islandpferdetraining mit Magnús Skúlason

von Stina Helmersson und Magnús Skúlason

Beschreibung des Verlages:

Islandpferde mit Verständnis, Gefühl und Restpekt vor dem Individuum ausbilden - das ist das erklärte Ziel von Magnus Skulason. Der sympathische Isländer stellt in vielen Bildern und praktischen Beispielen aus der täglichen Arbeit seine einzigartigen Methode dar, mit der er es im internationalen Turniersport bis ganz nach oben geschafft hat.

Magnús Skúlason wurde 1963 in Island geboren und wuchs in einer von Pferden geprägten Familie auf. Seit 1993 lebt er in Schweden, wo er eine eigene Zucht betreibt. Für Schweden erritt er seit 1997 neben zahlreichen Siegen fünfmal WM-Gold sowie eine Bronce-Medaille in der Pass-Prüfung. Außerdem stellte er den Weltrekord in zwei Disziplinen auf. Seine Art, Islandpferde ihrem Talent entsprechend auszubilden und zu fördern, vermittelt er in vielen Kursen inzwischen auch in Deutschland und ist seit 2012 Bundeskaderleiter der deutschen Islandpferdereiter.

Kosmos Verlag, 208 Seiten, 216 Farbfotos, 22 Farbzeichnungen, laminierter Pappband
1. Auflage 2008, ISBN: 978-3-440-11506-0
Preis: 29,90 Euro Im Buchhandel erhältlich

Rezension von Veronika Raithel:

Wieder ein Trainingsbuch, wieder eine neue Methode? Der Titel von Magnús Skúlasons Buch, der spätestens seit der WM im letzten Jahr jedem Islandpferdereiter bekannt ist, lässt das vermuten. „Es gibt nur eine Regel und die lautet, dass es keine Regel gibt.“ Nach diesem Grundsatz bildet Magnús Skúlason Pferde und Reiter aus. Das ist ein schöner Grundgedanke, der zum Weiterlesen anregt.

Im Buch selber, das von der Aufmachung her, sehr schön gegliedert und bebildert ist, werden sowohl die Ausbildung des jungen Pferdes, angefangen vom Grundtraining am Boden, über erste Dressurübungen bis hin zum Training der Gangarten beschrieben. Ob das Ausbinden eines Islandpferdes, wenn auch nur zum Longieren, wirklich nötig ist, mag aber letztlich jeder selbst beurteilen.

Dem Spezialtraining von Tölt und Pass ist ein Extra-Kapitel gewidmet, ebenso der Ausrüstung des Islandpferdes und der Ausbildung des Reiters.

Was dieses Buch aber von den anderen abhebt und wirklich lesenswert macht, ist das Kapitel über die Wurzeln des Islandpferdes. Hier kommen zu den Themen „Was ist ein gutes Islandpferd?“, „Reittradition und Pferdeleben“, „Zucht und Aufzucht in Island“ und „Die Zucht im Dienste des Sports“ verschiedene isländische Pferdeleute zu Worte. So erzählt unter anderem der Vater von Magnús Skúlason über seine Erfahrungen als Züchter und Halter. Auch in den Kapiteln zum Pass-und Tölttraining und zur Ausbildung des Reiters erfährt man nicht nur die Meinung des Autors.

Genau das wollen viele Islandpferdehalter und –reiter aus Europa bzw Deutschland, der kaum die Möglichkeit und Zeit haben, diese Erfahrungen vor Ort selber zu recherchieren, geschweige denn zu machen, wissen. Wie leben die Pferde dort wirklich? Wie werden sie aufgezogen, wie trainiert? Das sind Themen, die sicher für ein eigenes Buch reichen.

Abgerundet wird das Buch durch eine genaue Vorstellung der Pferde, die abgebildet sind. Der Leser erfährt deren Abstammung, aber auch, wie sie gefüttert und trainiert werden. Auch ein sehr interessantes Novum.


Das Buch ist insgesamt sehr empfehlenswert. Es setzt aber voraus, dass der Leser Hintergrundwissen zum Thema Islandpferde hat und diese entweder selber hält und/oder reitet. Dann bietet es aber sehr viele interessante Informationen.

Rezension: Veronika Raithel