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Fotoshooting mit Friederike Scheytt- Erfahrungsbericht und Interview

von Jutta Plötz

Wie funktionierte mein Fototermin?
Wir mussten ihn zwei mal verschieben - aber das sieht man Fotos ja nicht an.
Warum haben wir verschoben?
Wegen des Wetters. Sturm war angesagt, dann regnete es ohne Unterlass. Ich hatte Glück und die Ersatztermine konnten relativ kurzfristig vereinbart werden.
Nach einer Mail mit vorbereitenden Tipps (siehe unten), habe ich das erste Mal in meinem Leben beide Pferde gewaschen, beiden den Schweif verlesen und sie schön gemacht. Dummerweise kam erneut eine unerwartete Schlechtwetterfront und wir haben ein drittes Mal - aber nur für zwei Tage verschoben.  Ich musste also nicht noch mal waschen, sondern nur gut bürsten.

Bei unserem Termin kommt Pferdefotografin Friederike aus Essen, ihrer Heimatstadt und hat einen Stau und Berufsverkehr hinter sich. Aber sie wirkt ausgeglichen und freut sich offensichtlich bei uns zu sein. 
Zunächst gehen wir zu Fuß über den Hof und ich zeige ihr mögliche Orte, an denen wir fotografieren könnten. Dann setzen wir uns ins Auto, um andere Szenarien zu sehen. Sie ist gleich von einem meiner Lieblingsplätze im Außenbereich begeistert.
Aber als erstes fotografiert sie auf einer Weide direkt am Hof und macht dort einige Bewegungsstudien und Fotos. Dazu müssen die Pferde auch in Bewegung sein. Wenn ein Pferd aber clever genug ist, rennt es zu einer Seite der Weide, grast dort und wartet gelassen bis man ankommt um es weiterzutreiben. Daher braucht man für ein Fotoshooting mit Pferd mehrere Leute im Hintergrund. Zuerst hatte ich nur eine Helferin. Als mein Blutdruck aber immer weiter stieg, holte ich eine zweite dazu. MERKE: Mehr Helfer, die treiben oder begrenzen = einfacherer Job für alle.

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Dann haben wir die Pferde gesattelt und sind zu unserer Außenlocation geritten, während Friederike mit einer Helferin hingefahren ist.

Es hat großen Spaß gemacht, ihre Begeisterung bei der Arbeit mitzuerleben. Und auch wie die Pferde sich darauf einlassen, als sie erst mal begriffen haben, dass sie im Vordergrund stehen. Es war deutlich, wie gern Friederike Scheytt ihren Job macht und wie konzentriert sie bei der Arbeit ist. Sie steckte uns alle an und wir konnten nicht genug bekommen. Wir hörten tatsächlich erst auf, als das Licht immer weiter abnahm.

 

 

 

Nach dem Shooting hatte ich noch Zeit Friederike ein paar Fragen zu stellen.

Friederike, stell Dich doch bitte kurz vor.

Ich bin 1990 geboren und war in meinem ersten Leben Tierarzthelferin. Ich bin Freizeitreiterin ohne eigenes Pferd und fotografieren hat mir schon immer Spaß gemacht. Irgendwann habe ich angefangen, Kurse zu besuchen und immer mehr zu fotografieren. Heute mache ich das hauptberuflich und es macht mir viel Freude. Meine Ausbildung als Tierarzthelferin kommt mir dabei sehr zugute. Ich habe damals auch mit Pferden gearbeitet und kann sie daher recht gut einschätzen. Parallel absolviere ich ein Studium der Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie. Denn Kenntnisse im Bereich BWL sind für eine Selbständigkeit wichtig. Meine Leidenschaft ist aber die fotografische Arbeit mit Pferden. Denn sie präsentieren sich immer wieder überraschend und unterschiedlich vor der Kamera. Während eines Shootings ergeben sich oft lustige Situationen. Die Pferde merken, dass sie im Mittelpunkt stehen. Und das ein oder andere Modell nutzt das gerne für eine besondere Showeinlage aus. Immer wieder an anderen Orten im Land, mit verschiedensten Pferden jeder Altersklasse, anderen Rassen und Kombinationen, mit unterschiedlichen Menschen zu arbeiten, macht für mich diesen Beruf besonders spannend.

Hat sich dein Schwerpunkt der Fotografie seit den Anfängen verändert? Fotografierst du nur Pferde?

Ich fotografiere entweder das Pferd oder Pferde in Kombination mit Menschen. Der Focus liegt aber klar auf dem Pferd. Ich mache gern Partnerfotos oder versuche die Beziehung zwischen Mensch und Pferd einzufangen. Mir macht es dabei besonders viel Freude festzuhalten, wie sich Pferd und Mensch vertrauen und nahezu lautlos verständigen können. Klassische Reitbilder, z.B. von Dressurlektionen, nehme ich vor allem von Berufsreitern auf. Dazu gehören beispielsweise Rabea Schmale, Corinna Hengefeld und Kristiane Haak. Hunde fotografiere ich auch öfter, weil viele Pferdeleute auch Hunde haben. Und die sind dann schnell mit auf dem Bild.

Du hast mir vor dem Termin einen Infozettel mit vorbereitenden Informationen zugesendet. Zum Beispiel steht darauf, dass ich bei einem Pferd mit weißem Schweif, den Schweif mit Persil waschen soll. Sind die Pferde immer vorbereitet? Besondere Begebenheit?

Gute Resultate, wirklich gute Fotos bekommen ich nur, wenn die Besitzer sie auch gut vorbereiten. Das endgültige Foto ist nur das Resultat guter Vorbereitung, der Location und der Zusammenarbeit zwischen uns. Natürlich werden Fotos später am Computer von mir auch immer noch etwas nachgearbeitet. Aber ich versuche zu vermeiden, dass ich das ursprüngliche Ergebnis zu sehr schöne. Wenn beispielsweise das Pferd nicht wirklich gut gewaschen oder zumindest sehr gut gestriegelt ist, hat das Fell keinen Glanz, sieht stumpf aus. Das wird man später sehen und das Pferd ist nicht so schön, wie es sein könnte. Wenn die Mähne gewaschen ist, hat sie viel mehr Leichtigkeit und weht im Wind oder in der Bewegung.

Bereitest du dich besonders auf unterschiedliche Rassen und ihre Präsentation vor?

Früher habe ich das viel gemacht, heute weiß ich natürlich schon eine Menge über die unterschiedlichen Rassen und Typen. Bei Arabern benutze ich zum Beispiel sehr gern eine bestimmte Art von Showhalftern. Da habe ich auch immer etwas in meinem Auto, falls die Eigentümer nicht was Eigenes haben. Araber als Wüstenpferde fotografiere ich besonders gern in der Sandkuhle und im temperamentvollen Galopp. Die Sandkuhle habe ich vor einiger Zeit entdeckt und wenn möglich, kommen die Kunden mit ihren Pferden nach Bottrop-Kirchhellen und wir machen dort ein ganz besonderes Shooting. Bei Barockpferden wie Friesen versuche ich auch die Besonderheiten wie lange Mähnen oder ihre starke Präsenz in den Vordergrund zu stellen. Ich habe auch hier Halfter, die gut zu diesem Typ Pferd passen. Ähnlich ist es bei Westernpferden. Da ist es mir auch wichtig, dass auch die Menschen entsprechend im Stil gekleidet sind. Isländer würde ich nie mit eingeflochten Mähnen fotografieren. Gerade diese Individualität, die bei Islandpferden besonders ausgeprägt ist, versuche ich zu erhalten. Man sieht es schon bei deinen beiden Stuten. Sie gehören zur selben Rasse, aber sie unterscheiden sich optisch total.

Waren meine beiden die ersten Isländer für dich?

Nein, es waren nicht die ersten, aber bisher habe ich viel zu selten Islandpferde fotografiert. Sie sind so unterschiedlich. Das ist ja schon bei deinen beiden deutlich. Isländer sind sehr fotogen, weil sie immer noch eine gewissen Urwüchsigkeit zeigen. Außerdem mag ich die Rasse sehr. Ich habe jetzt bei diesem Shooting wieder erlebt, wie cool und gelassen sie alles mitmachen, aber wenn sie sollen, haben sie viel Dampf. Das ist übrigens bei allen Pferden eine Herausforderung für mich. Wenn ich im Gelände shoote und die Pferde sollen auf mich oder einen Reiz des Helfers reagieren und intensiv nach einem Geräusch gucken oder so, und sie sind so gelassen, dass sie sich gar nicht stören, muss ich meine Fantasie und mein Equipment etwas ausbauen. Genau anders ist es, wenn sie auf jeden Reiz explosionsartig reagieren.

In wie weit unterscheiden sich die Islandpferde für dich von anderen?

Islandpferde sind sehr clevere Pferde und sie ruhen unfassbar in sich. Sie wirken immer sehr gelassen, tiefenentspannt und bei sich. Sie aus der Reserve zu locken, kann ganz schön herausfordernd sein. Wenn es dann klappt, freue ich mich besonders. Ich kann nicht beurteilen, ob das an der Rasse liegt oder an der Haltung. Islandpferde werden ja nahezu überall so artgerecht wie möglich im Herdenverband und robust gehalten.

Was ist für die die größte Herausforderung an der Pferdefotographie?

Ich komme zwar allein zum Fototermin, arbeite dann aber im Team mit Kunde und Helfern. Ein gutes Foto geht nur im Team. Dabei ist die größte Herausforderung für mich ehrlich gesagt manchmal der Besitzer, ihn davon zu überzeugen, das Übliche zu verlassen. Wenn ich ihn z.B. bitte, das Pferd an einen ungewöhnlichen Ort zu führen und dann auch noch in der freien Umgebung das Pferd frei hinzustellen, müssen sie mir und vor allen Dingen ihrem Pferd spontan sehr vertrauen. Für mich als neues Element bei der Reiter-Pferd-Paarung ist das teilweise eine Überraschung. Wenn ich ein Pferd sehe, dass die Besitzerin im Blick hat und sich deutlich an ihr orientiert, ist ihr das oft gar nicht klar. Zudem versuche ich immer, die Situationen so risikofrei wie möglich zu machen. Fotografieren wir im freien Gelände, kann ich beispielsweise auch einen mobilen Paddock mitbringen. Die Litze ist so, dass ich sie ggfs. auch wegretuschieren kann. Gut ist es immer, wenn genug Helfer da sind. Die können auch begrenzen. Einige Pferde sind unternehmungslustiger als andere und haben es dann auch beim Fotoshooting darauf angelegt den begrenzten Bereich zu verlassen. Aber sie sind nie wirklich weggerannt. Wo sie fremd sind - Stichwort das Übliche verlassen - bleiben sie bei der vertrauten Herde, ihrem Menschen. Natürlich gehe ich kein unnötiges Risiko ein und nachher stehen wir ohne Pferd da. Deswegen gehe ich nie über Grenzen. Es soll ja für alle ein schöner Tag werden. Helfer sind übrigens ganz wichtig. Sie wissen nicht genau, was ich will und haben so etwas noch nie gemacht. Aber es ist ganz erstaunlich, wie schnell sie sich einfinden und auch tolle Ideen einbringen. Oft entsteht ein regelrechter Wettbewerb, wer ein Pferd eher motivieren kann. Das hilft mir natürlich sehr bei der Arbeit. Ich kann mich dann aufs fotografieren konzentrieren.

Würdest du sagen, du hast einen Stil?

Das hoffe ich doch sehr! Ich denke, ich habe im Laufe der Zeit wirklich einen ganz eigenen Stil entwickelt. Natürlich haben mich meine Lehrer geprägt, aber je länger ich eigenständig fotografiere, je mehr habe ich meine eigenen Wege und meine eigene Bildsprache entwickelt. Ich versuche immer, den individuellen Charakter des Pferdes einzufangen und das Bild sprechen zu lassen. Meine größte Freude ist, wenn ein Fremder sich eins meiner Fotos ansieht und den Charakter des abgebildeten Pferdes spontan benennen kann.

Wie wichtig ist es für dich, in Serien zu fotografieren?

Die Serienfunktion nutze ich nur manchmal. Wer Pferde in Bewegung fotografiert, weiß wie schnell die Beinaktion ist und das ein Foto in Sekundenbruchteilen von gut zu schlecht kippen kann. Das Bein ist zu weit vorn oder hinten, das Gewicht nicht mehr aufgenommen, ein Auge schließt oder oder. Beispielsweise will ich bei einer Galoppade die Einbeinstütze, den Moment, in dem das Pferd das Gewicht trägt, sehen. Bei Rassen, wie z.B. Westernpferden, mit einer recht flachen Galoppade, hilft mir die Serienfunktion manchmal. Bei Rassen mit einer hohen Bergaufgaloppade ist der richtige Moment selbst durch die Kamera - mit ein bisschen Training - gut zu sehen. Im Regelfall fotografiere ich also sehr bewusst und der Finger kommt auslösend zum Einsatz. Oft tippe ich schnell hintereinander, aber immer bewusst. Ich möchte keine "Draufhalten-und-oft genug drücken" Fotos machen.

Würdest du gerne was an deiner Fotografie verändern?

"Zeit meines Lebens" will ich mich verändern. Ich versuche immer, das Optimum für meine Fotografie und die Pferde zu finden. Ich bin immer auf der Suche nach schönen, ungewöhnlichen Orten, an denen ich die Pferde fotografieren kann. Wie zum Beispiel die Sandkuhle. Ich freue mich so darüber, dort fotografieren zu dürfen. Und viele, vornehmlich Araber und Barockpferdebesitzer kommen mit ihren Pferden gern dorthin. Obwohl Islandpferde dort natürlich auch supertoll aussehen würden! Das Ergebnis wird immer wieder besonders. Bei euch war es auch sehr schön. Dieses freie Gelände ist ja toll. Schade, dass man dort nicht reiten darf, aber für mich und Pferdefotos ein Traum. Ich glaube, ich möchte noch mal frühmorgens oder spätabends im Herbst kommen, wenn der Nebel über diesen Wiesen liegt. Ich suche auch Wasserkuhlen oder Flüsse, in die man mit dem Pferd kann. Das ist auch wunderbar. Wenn die Pferde im Wasser spielen und es spritzt und platscht. Dem Pferd muss das Fotoshooting einfach Spaß machen, damit die Fotos schön werden. Ich versuche immer wieder meinen Standort zu verändern. Ich habe mal Kutschen fotografiert und mich an den Rand der Bahn gelegt. Die Kutsche mit vier Pferden kam in vielleicht 20 cm Abstand vorbei. Das war nicht ganz ungefährlich, aber die Fotos sprechen für sich. Oder ein Fjordpferd, das wirklich in sich geruht hat. Da hatte ich so viel Vertrauen in Besitzerin und Pferd, das ich mich unter das Pferd gelegt habe und dann noch oben fotografiert habe. Das würde ich allerdings nicht bei jedem Pferd machen.

Welcher Fotograf oder Künstler inspiriert dich?

Da sind einige. Gabriele Boiselle. Bei ihr habe ich angefangen mit der Pferdefotographie. Ich habe mehrere Seminare besucht und sie hat mich sehr begeistert. Besonders stolz bin ich, dass sie eins meiner Fotos in ihrem Kalender veröffentlicht hat. Dann ist da noch Raphael Macek aus Brasilien. Ihn kenne ich seit 2013. Er hat einen neuen Bildband rausgebracht und einfach eine tolle Bildsprache. Vor ihm verneige ich mich zutiefst. Und Christiane Slawik schafft es, aus wirklich jedem Pferd ein Topmodel zu machen. Von 7 Pferdezeitschriften macht sie 4 Cover. Ich bewundere die extreme und ganz unterschiedliche Kreativität in ihrer Arbeit.

Gab es mal ein Foto eines anderen Fotografen, das du gerne gemacht hättest?

Da kann ich mich nicht auf eines festlegen. Es gibt so viele herrliche Fotos und natürlich wünsche ich mir, ich wäre da gewesen und hätte es gemacht. Ich hoffe, dass es anderen Fotografen bei dem einen oder anderen meiner Fotos auch so geht.

Wo präsentierst du dich und deine Fotos ? Stichworte: Blog, Homepage. Facebook, Instagram Online?

Ich habe meine Homepage www.scheytt-photography.de und bin natürlich auch bei Facebook. Außerdem habe ich Kooperationen mit Trainern; bisher hauptsächlich in der klassisch-barocken Szene. Für Instagram & Co habe ich einfach keine Zeit. Analog? Bei Krämer gibt es zwei Kalender von mir. Und wer möchte, kann sich ein eigenes Fotobuch bei mir erstellen lassen.

Gibt es einen Tipp, den du gerne an uns weitergeben würdest?

Wer sein Pferd fotografieren will, sollte unbedingt auf einen ruhigen Hintergrund achten. Wenn im Hintergrund eine Karre oder der Plastikstuhl stehen oder der Misthaufen zu sehen ist oder es sind alte Litzenzäune oder ein Trecker im Bild, dann wird das Bild nicht gut. Da kann das Pferd noch so schön sein.

Auf welche Technik setzt du beim Fotografieren? Unterscheidet sich Deine Art von Fotos je nachdem, ob du eine Kamera oder ein Smartphone benutzt?

Mein Smartphone benutze ich eigentlich nur für ein making of. Da fotografieren Helfer, wie ich arrangiere, putze und fotografiere. Und sie fotografieren mich und mein Modell. In erster Linie kommt es als Motivator zum Einsatz. Sonst fotografiere ich nur mit meiner großen Kamera. Ich stelle alles manuell ein. Für mich ist die Kamera ein Arbeitsgerät, das ich bediene. Ich nutze keine Automatikprogramme, das wäre für mich wie Fließbandarbeit. Ich mache Handwerk, schon direkt beim fotografieren. Je besser ich mein Foto vorbereite, je weniger muss ich später nacharbeiten und je ehrlicher ist das Ergebnis. Ich will auch nicht Stunden am PC sitzen und mit der Bildbearbeitung das Ergebnis schönen. Und die Besitzer sollen ihre Pferde wiedererkennen. Ich nehme zu jedem Shooting ein paar ganz grundlegende Sachen mit. Zuerst mal sollte das Pferd gewaschen sein und gut sauber. Dann habe ich für die Feinpflege immer mein Zaubermittel, die Feuchttücher dabei. Damit wische ich Augen oder Nüstern sauber. Mit den Feuchttüchern arbeite ich oft an Schecken. So wie bei deiner Stute. Jetzt ist ja schon Fellwechsel und es waren immer wieder weiße Haare auf dem braunen Fell. Damit ich das nicht wegretuschieren muss, wische ich mit den Feuchttüchern drüber und Voila. Ich habe nach vielem probieren einen besonderen Putzhandschuh gefunden, mit dem noch mal nacharbeiten kann, falls sich das Pferd gewälzt hat oder es beim Shooting mal einen Sattel drauf hatte. Und natürlich immer einen Eimer mit Leckerlies, ein Quietscheentchen, einen automatischen Regenschirm, mein Smartphone mit Pferdegewieher, Vogellärm oder auch einer Sirene und allerlei andere Spielsachen in meiner Ausrüstungskiste. Diese Sachen nutze ich, um die Pferde zu motivieren, den Kopf zu heben, die Ohren aufzurichten und sich umzusehen. Eben um eine bestimmte Reaktion zu erzielen, die ich für das Foto gerne hätte.

Machst du manchmal bei Fotowettbewerben mit?

Ich mache ab und zu bei einem Fotowettbewerb in den USA mit. Der Wettbewerb setzt sich sehr mit Bildsprache auseinander. Man muss sogar bezahlen um teilnehmen zu dürfen. Durch den Teilnahmebeitrag steigt dann die Siegprämie. Bei meiner letzten Teilnahme 2014 habe ich ein "Mark of excellence" bekommen. Darauf bin ich sehr stolz. An anderen Wettbewerben nehme ich nicht mehr teil. Wenn man sich die Teilnahmebedingungen ansieht, dann bekommt oft der Wettbewerbsgeber alle Nutzungsrechte an dem Foto und man selbst hat keine mehr.

Was meinst du mit Bildsprache?

Die Bildsprache versucht eine besondere Stimmung oder Atmosphäre über das Foto zu transportieren. Man fotografiert nicht einfach ein Pferd auf der Wiese, sondern versucht dem Betrachter Emotionen zu vermitteln. Im Idealfall bleibt bei einer gelungenen Bildsprache der Blick des Betrachters an dem Foto hängen. Wer Interesse an einem Beispiel mit Erklärung hat, kann im Internet bei dem Fotowettbewerb schauen: http://www.i-shot-it.com/competition-photo.php?id=5498ae70333fb

An welches Shooting erinnerst du dich besonders gern?

Mein erstes Mal ein freilaufendes Pferd am Strand. Daran erinnere ich mich sehr gern. Das ist schon was besonderes. Und ein besonderes Foto konnte ich vor kurzem in der Lüneburger Heide machen. Dort hatte ich ein Shooting mit einem Lousitano-Araber-Mix in einer sehr ungewöhnliche Falbfarbe. Wir hatten leider kurzfristig recht schlechtes, graues Wetter und das Pferd stand neben einem Baum in der Heidelandschaft. Eigentlich Umstände, die ein gutes Fotos erschweren. Aber in diesem trüben Umfeld leuchtete er regelrecht. Es war einmalig schön.

Gibt es ein Pferd, das es dir besonders angetan hat?

Da gibt es so viele! Besonders toll ist es, Pferde mehrmals zu fotografieren. Dann kennen wir - Kunde/Pferd/Fotografin - uns schon und wissen genau, wie wir gut zusammen arbeiten können und was dem Pferd besonders viel Spaß macht. Zu meinen absoluten Lieblingsmodell gehört ein Irish-Cob-Mix namens Cartoon. Ein Schecke und ein echter Spaßvogel. Wenn er soll, kommt er einfach auf mich zugelaufen. Er läuft durch Wasser, dass es spritzt. Er legt sich hin, wenn er soll und ich schwöre, er grinst zwischendurch. Er bringt mich zum Lachen und macht mir immer gute Laune. Seine Besitzerin Anja ist auch eine wunderbare Pferdefrau und fährt mit Cartoon überall hin, damit wir neue Fotos aufnehmen können. Kein Wunder, dass wir mittlerweile befreundet sind.

Gibt es noch einen Aspekt, der dir bei deinem Beruf gefällt?

Ich lerne über die Pferdefotografie viele tolle Menschen kennen. Wie meine Freundin Claudia aus München, die ebenfalls Fotografin ist. Wir haben schon viel erlebt auf unseren Pferde-Fototouren durch ganz Deutschland und Polen. Bald geht es nach Föhr, um Araber am Meer zu fotografieren. Aktuell werden wir zudem „richtige Geschäftspartnerinnen“, weil wir eine Bildagentur für Pferdefotos gründen. Und: Man kommt sich sehr schnell nah bei diesen Fototerminen. Wir begrüßen uns mit Handschlag und verabschieden uns mit einer Umarmung. Ich arbeite ja auch gern mit Menschen und bin glücklich mit meiner Arbeit und ihnen gemeinsam eine besondere Erinnerung zu schaffen. Durch diese Bilder wird ein Kunde lebenslang an sein geliebtes Pferd erinnert.

 

 

 

 

 

Friederike Scheytt

Pferdefotografin und TFA
Henricistraße 30
45136 Essen

Fon:   0049-201-268266
Mobil: 0049-157-77624886

Mail: info@scheytt-photography.de                           

weitere Bilder und Infos zu Fotoshootings mit Pferden finden Sie auf der Webseite von Friederike Scheytt unter:

 www.scheytt-photography.de

 

© Bilder Friederike Scheytt
Autor: Jutta Plötz